Cyberpunk 2077: Laut CDPR arbeiten über 400 Personen an Cyberpunk 2077

geschrieben von foobar am 05.02.2019, 14:56 Uhr

https://www.worldofcyberpunk.de/media/content/cp_2077_e3_2018_13_s.jpg

Ende Januar wurde bekannt, dass der langjährige Creative Director Sebastian Stępień von CD Projekt Red zu Blizzard gewechselt ist (wir berichteten). Im Rahmen der Berichterstattung des polnischen Wirtschaftsmagazins StockWatch über die Kursentwicklung der CDPR-Aktie und deren Attraktivität für potentielle Investoren machte nun die Abteilung für Anlegerpflege des Konzerns eine Aussage zu den Auswirkungen auf die Entwicklung von Cyberpunk 2077:

Sein Weggang beeinflusst die Arbeitsgeschwindigkeit in keinster Weise. Das Team, welches an Cyberpunk 2077 arbeitet, umfasst mittlerweile über 400 Personen.
-- Karolina Gnaś, Investor Relations Department (via Google-Translate)

Einige Medien berichten hierüber, als habe der Wechsel des Creative Directors insgesamt keine Auswirkungen. Sollte uns der Google-Übersetzer keinen Streich gespielt haben, fällt einem kritischen Leser von Nachrichten allgemein (worum wir uns ja in der heutigen Zeit alle bemühen sollten) aber natürlich auf, dass Frau Gnaś das so nicht gesagt hat. Die Aussage war lediglich, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit nicht beeinflusst werde. Über beispielsweise die Qualität bestimmter Aspekte des Spiels hat sie keine Aussage gemacht. Hier könnte also sehr wohl ein Einfluss vorliegen.

Zudem handelt es sich streng genommen um einen Non sequitur. Aus der Tatsache, dass eine irgendeine bestimmte Anzahl an Personen an dem Spiel arbeitet, folgt nicht zwangsläufig, dass die Entwicklung nicht verzögert werden kann, wenn kritische Schlüsselfiguren nicht mehr zur Verfügung stehen.

In Anbetracht des Kontexts könnte man also vermuten, dass es sich letztlich lediglich um die bei größeren Konzernen übliche Schadensbegrenzung handelt. Man will eine Stimmungstrübung oder gar Panik bei den - mitunter auch sehr flatterhaften - Investoren vermeiden und den Kurs der Aktie hoch halten, indem man eine entsprechende, technisch korrekte und wenig gehaltvolle Stellungnahme heraus gibt.

Was der Verlust von Sebastian Stępień am Ende wirklich für das Spiel bedeutet, wird schwer festzustellen sein, da man keinen A/B-Test machen kann. Was aber unbestritten von der Meldung übrig bleibt, ist eine genauere Vorstellung von der Größe der Entwicklungsmannschaft, die gegenwärtig an Cyberpunk 2077 tüftelt.


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